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Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT)

 

Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) ist ein Verfahren, bei dem durch den kontrollierten Wechsel von sauerstoffreduzierter und sauerstoffangereicherter Atemluft gezielte Anpassungsreaktionen im Körper angeregt werden. Die Anwendung erfolgt entspannt im Sessel sitzend über eine Atemmaske und unter kontinuierlicher Überwachung von Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz.

Durch diese wechselnden Sauerstoffreize werden natürliche Regulationsmechanismen aktiviert, wie sie auch bei Aufenthalten in der Höhe eine Rolle spielen.

 

Auf zellulärer Ebene kann dies Anpassungsprozesse unterstützen, die unter anderem die Energieverwertung, den Umgang mit oxidativem Stress und die allgemeine Regenerationsfähigkeit betreffen.

 

Die zelluläre Reaktion auf Sauerstoffveränderungen wurde 2019 mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet – ein Hinweis auf die grundlegende Bedeutung dieses Mechanismus für die Medizin.

 

Eine Sitzung dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Empfohlen wird ein Zyklus von zehn Sitzungen über mehrere Wochen, ein- bis zweimal pro Woche. Auffrischungen alle drei bis sechs Monate können die Wirkung langfristig erhalten.

 

Aktuelle Studienlage

 

Die IHHT wird in der medizinischen Forschung sowie in der Rehabilitation als ergänzendes Verfahren untersucht.

In Studien finden sich  Hinweise auf mögliche Effekte unter anderem in folgenden Bereichen:

- körperliche Belastbarkeit und Erschöpfung (Fatigue)

- chronischer Stress und Burnout

- kardiovaskuläre Regulation (z. B. Blutdruck, Belastungstoleranz)

- metabolische Parameter (z. B. Glukose- und Fettstoffwechsel)

- kognitive Leistungsfähigkeit, insbesondere im Alter

- Begleitung bei Long Covid und Post-Infekt-Syndromen

Stress, vegetative Regulation und HRV

 

Ein besonders interessanter Effekt der IHHT betrifft das autonome Nervensystem. Studien zeigen, dass wiederholte Hypoxie-Hyperoxie-Zyklen die Herzratenvariabilität (HRV) nachweislich erhöhen können. Die HRV ist ein etablierter Marker für parasympathische Aktivität und Stressresilienz. Eine höhere HRV bedeutet: Das Nervensystem kann zwischen Anspannung und Erholung flexibler wechseln, eine Fähigkeit, die bei chronisch gestressten Menschen häufig eingeschränkt ist. In diesem Sinne kann IHHT die Stressregulation und vegetative Balance unterstützen, auch wenn direkte Stressstudien noch begrenzt sind.

 

In meiner Praxis setze ich IHHT deshalb auch ergänzend bei Patienten mit chronischem Stress, vegetativer Dysregulation und Erschöpfung ein – häufig in Kombination mit Hypnose und Akupunktur, die auf denselben Ebenen wirken und sich gegenseitig ergänzen.

 

Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin

 

Auch im Bereich Kinderwunsch wird IHHT in spezialisierten Praxen ergänzend eingesetzt – mit dem Ziel, die mitochondriale Funktion und metabolische Regulation zu verbessern, die für eine gesunde Schwangerschaft relevant sind. Die bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend, wissenschaftlich gesicherte Daten stehen jedoch noch aus.In meiner Praxis kombiniere ich IHHT bei Kinderwunschpatientinnen bei Bedarf mit weiteren Verfahren, die sich in diesem Bereich bewährt haben: sehr wirkungsvoll in Kombination mit Akupunktur – zur Unterstützung der Durchblutung und hormonellen Regulation – sowie mit Hypnose, die den psychischen Druck rund um den Kinderwunsch lindern und die innere Ressourcen stärken kann.

 

In meiner Praxis

 

Die IHHT wird als ergänzende Maßnahme im Rahmen eines individuellen, ganzheitlichen Behandlungskonzepts eingesetzt.

Ziel ist es, die körpereigenen Anpassungs- und Regulationsprozesse zu unterstützen und so die Grundlage für mehr Stabilität und Belastbarkeit im Alltag zu fördern.

 

Sie kann sehr gut mit Hypnotherapie kombiniert werden, um die positiven Effekte und die mitochondriale Regeneration zusätzlich zu unterstützen.

 

Wann ist IHHT nicht geeignet?

 

Bei unkontrolliertem Bluthochdruck, schweren Herzrhythmusstörungen, akuten Infektionen oder bestimmten Lungenerkrankungen ist Vorsicht geboten. Die Eignung klären wir gemeinsam im Erstgespräch.

Dr. med. Anne Becher | Pestalozzistraße 99 | 10625 Berlin | Tel. 0173-6601327 | Mail: info@praxis-becher.com

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